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Ein Jahr nach dem Starkregen: Canisiusgraben wird naturnahes Gewässer

Ein Jahr nach dem Starkregen vom 28. Juli 2014 ist viel aufgeräumt und sortiert worden, die meisten Schäden in Münster sind beseitigt. Auch wenn ein „Jahrhundertregen“ nicht so bald wieder erwartet wird, haben sich die Fachleute der Stadtverwaltung im vergangenen Jahr viele Gedanken gemacht und an den besonders betroffenen Stellen in der Stadt mit den Münsteranerinnen und Münsteranern, die leidvoll erfahren mussten, was Wasser anrichten kann, Möglichkeiten zur Verbesserung der allgemeinen Situation in Münster wie auch der individuellen Lage der Anwohner diskutiert.

So hat das Tiefbauamt im vergangenen Jahr rund 700 Grundstückeigentümer vor Ort beraten und Hinweise zum besseren Schutz der Immobilien gegeben. Zudem fanden über die Stadtbezirke verteilt mehrere Informationsabende zur Rückstau- und Überflutungssicherung statt. Zusätzlich wurden die Internetseiten des Tiefbauamtes etwa durch einen Animationsfilm zum Thema ergänzt (www.muenster.de/stadt/tiefbauamt/rueckstau.html).

Es wurden Straßenschäden nach dem Starkregen beseitigt, Brücken repariert oder der Reinigungsrhythmus von Gullis erhöht.

In einigen Gebieten der Stadt hat das Tiefbauamt so genannte hydraulische Nachrechnungen in Auftrag gegeben, die besonders den Anwohnern am Igelbach in Kinderhaus, an der Kanalstraße und an der Hunnebecke am Waltruper Weg zu Gute kommen sollen. Bei Sanierungen des Kanalsystems der Stadt ist die Überprüfung der „hydraulischen Leistungsfähigkeit“ der Kanäle seit Jahren Standard.

Ein weiterer wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit der Verbesserung des Wasserablaufs nach einem Starkregen ist die Optimierung von Gewässern. So wurden am Edelbach, am Landwehrgraben oder am Hellerbach Verrohrungen entfernt oder ökologische Verbesserungen durchgeführt. „Viele einzelne Maßnahmen bringen in der Summe eine größere Entlastung und mehr Sicherheit gegen Überflutungen“, weiß Gerhard Rüller Leiter der Planungsabteilung im Tiefbauamt.

Canisiusgraben

Auch für den Unterlauf des Canisiusgrabens steht eine ökologische Verbesserung durch einen naturnahen Ausbau auf dem Plan des Tiefbauamtes. „Im Ergebnis wird in diesem Bereich der Stadt nicht nur mehr Sicherheit vor Überflutungen erreicht, gleichzeitig bekommen die Anwohner des Viertels und die Besucher des Aasees auch ein natürlich schönes Gewässer, das zu einem Spaziergang einlädt“, freut sich Oberbürgermeister Markus Lewe über den Nutzen der „Maßnahme Canisiusgraben“ wie auch die Verbesserung der Lebensqualität zwischen Weseler Straße und Aasee.

Noch ist der Unterlauf des Canisiusgrabens verrohrt und ein „naturferner Gewässerabschnitt, der keinen Lebensraum für Flora und Fauna bietet“. Über 120 Meter wird der Graben von Rohren befreit und erhält ein flacheres und breiteres Profil. So ergibt sich mehr Raum für abfließendes Wasser bei „Abflussspitzen“ im Starkregen. Gleichzeitig verlängert sich der Graben, weil er durch die Grünfläche neben dem Canisiusweg mäandern wird. So verringert sich die Fließgeschwindigkeit des Wassers, was außerdem so genannte Einlaufgitter – an denen sich Laub und Gehölz sammeln können – vor den zukünftig großzügig dimensionierten Durchlässen, etwa unter der Mecklenbecker Straße hindurch, überflüssig macht. Jenseits der Mecklenbecker Straße schlängelt sich der Canisiusgraben parallel zur „Stillwasserzone Aa“ und mündet in den Aasee.

„Durch die geringere Fließgeschwindigkeit reduziert sich auch die Erosion am Grund und der Böschung. Strömungslenkende Totholzelemente und standortgerechte Anpflanzungen ermöglichen die eigendynamische Weiterentwicklung des Canisiusgrabens“, erläutert Christiane Bömer von der Gewässerplanung im Tiefbauamt.

„Zusätzlich bleibt neben dem neuen, mäandernden Weg des Grabens, ein Teil der alten Rohrtrasse inklusive Ölabscheider bestehen und führt auch Regenwasser über das Kanalnetz ab“, ergänzt Berthold Reloe, Planer im Tiefbauamt.

Baubeginn soll im kommenden Sommer sein. Die Kosten für das Projekt „Canisiusgraben“ sind auf rund 600 000 Euro veranschlagt. Ein Antrag auf Förderung aus dem Topf „Lebendige Gewässer“ bei der Bezirksregierung Münster wird gestellt.

Quelle: Presse- und Informationsamt Stadt Münster

 
Von Gast am 23.07.2015 | Aktualisiert am 19.11.2016
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