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Flüchtlinge und Migranten weihen Schrottskulptur ein

2013-lampedusa_43Vor fast einem Jahr begann man beim VDIJB e.V. (Verein zur Förderung der Internationalen Jugendarbeit), zusammen mit dem Künstler Bodo Treichler und Flüchtlingen aus dem Wohnheim an der Grevener Straße sowie mit Migranten aus der Nachbarschaft, mit den Arbeiten an der Schrottskulptur.

Während des Feilen, Sägen, Schweißen, Biegen wuchs so langsam eine gemeinsame Idee, von Frieden, Festung, Europa, Völkerverständigung und Kennenlernen verschiedener Kulturen. Gemeinsam konnte man sich vorstellen, dass alle in einem Boot sitzen, durch die Welt fahren und trotzdem etwas Eigenständiges bewahren wollen. So wuchs die Idee des Lebensbaums (Schrottgestänge), in dem ein Schiffskörper (zusammengeschweiste Eisenstangen und Bleche) fest verankert wurde, Gestalt an. An der Skulptur haben Jugendliche aus 6 Nationen und zwei Teilnehmer des europäischen Freiwilligendienst (EFD) gearbeitet. Als man sich für den Namen „Lampedusa“ entschied, ahnte man noch nicht welch traurige Aktualität der Name mal haben wird. Am vergangenen Samstag (26.10.2013) wurde nun die Skulptur der Öffentlichkeit feierlich, bei einem Empfang, präsentiert.

Die Skulptur kann Montags, Dienstags, Donnerstags und Freitags von 16 – 22 Uhr besichtigt werden. Während diesen Zeiten hat auch das Vereinscafe‘ geöffnet.

Der VDIJB e.V. wurde 1994/5 von 28 deutschen und 25 ausländischen Jugendlichen aus dem Brennpunktstadtteil Münster-Kinderhaus gegründet. Die ehemaligen Jugendlichen eines städtischen Jugendzentrums des Stadtteils im Bürgerhaus wollten die internationale Jugendbegegnung selbständig und unbevormundet in die Hand nehmen und gestalten. Alle Jugendliche – deutsche und Ausländer – hatten in ihrem Stadtteil mit über 35 verschiedenen Nationen 20 Jahre große Erfahrung und soziale Kompetenz erhalten, im Umgang mit 80 unterschiedlichsten Kulturen und Religionen, vom Kindergartenalter an. So stellten sie auch sofort zum Anfang ihrer Aktivitäten das Motto voran:

„Internationale Begegnung fängt vor der eigenen Haustür an!“

Der Verein ist seit 1995 anerkannter freier Träger der Jugendhilfe nach §75 KJHG in Münster und ist seit dem lokal, überregional und international in der Jugendarbeit tätig. Ziele des Vereins sind u.a.: Förderung der nationalen und internationalen Jugendarbeit, Hilfe für MigrantInnen, Förderung des Völkerverständigungsgedankens, Chancengleichheit für Jungen und Mädchen, egal welcher ethnischen oder religiöser Zugehörigkeit.

Fotos: CC-BY-NC-SA 3.0 Heiko Philippski

 
Von Heiko Philippski am 27.10.2013 | Aktualisiert am 19.11.2016
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Kategorien: Aktuelles, Topthemen
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2 Kommentare »

  1. Schöne Bilder und Text, die die gute Stimmung der Feier wiedergeben. Es waren viele Jugendliche da und auch Nachbarn. Wo aber waren die Vertreter von Politik und Stadtverwaltung, die immer von Integration reden?

    Kommentar von Ahmad Sharifi — 27.10.2013 @ 23:34

  2. Very good event. and it looks a nice contribution from Germans to migrants.

    Kommentar von Maka — 03.11.2013 @ 19:18

 

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