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Initiative mahnt schnelle Umsetzung von Maßnahmen an

Wir freuen uns über den folgenden Beitrag von Thomas Kollmann zur Verkehrssituation rund um das Zentrum Kinderhaus. Ungekürzter Originaltitel: Die Initiative zur Verbesserung der Kinderhauser Verkehrssituation mahnt nach der Bürgerversammlung die schnelle Umsetzung von Maßnahmen an

Am Dienstag, 19.2., fand im Bürgerhaus eine 2,5stündige mit 70 Teilnehmern gut besuchte Bürgerversammlung zum Thema‚ Verkehrssituation Kinderhaus-Schwerpunkt Kreisverkehre statt. Die Verwaltung hatte durch veranlasste Tempomessungen und deren Auswertungen sowie Vorschläge für Verbesserungen sich mittlerweile sehr intensiv des Themas angenommen und die hohe Beteiligung, die Wahrnehmungen der Kinderhauser Bürger, die Ergebnisse und Erhebungen, die aktuelle Antragsanlage sowie bislang ca. 500 Unterschriften für Tempo 30 zeigen deutlichen aktuellen Handlungsbedarf auf.
Festgestellt wurden bei den Tempomessungen Durchschnittsgeschwindigkeiten zwischen 45 und 62 Kmh; sechs Unfälle im Bereich der Kreisverkehre sind in 2012 aktenkundig (in 2010/2011 insg. nur ein Unfall).
Der Initiative sind weitere nicht polizeilich gemeldete Unfälle sowie auch eine sehr hohe Anzahl von Beinaheunfällen bekannt – dazu kann nahezu jeder Kinderhauser Bürger etwas berichten. Heftig kritisiert wurde in der Versammlung u.a. die weiterhin existierende ungesicherte Querungsstelle für Radfahrer an der Westhoffstraße.

Für die Initiatoren der Unterschriftenaktion ergeben sich nun ausgehend von den Erhebungen und Meßergebnissen sowie der Diskussion in der Versammlung die folgenden konkreten Handlungsansätze und konstruktiven Lösungsvorschläge:

  1. die in Kürze vorgesehene Rampe für Radfahrer, durch welche die Radfahrerströme gelenkt
    werden sollen(65 gezählte Falschfahrer beim Schülerverkehr in der Mittagszeit in 20 min.),
    wird ausdrücklich begrüßt. Ein Schild ‚Geisterfahrer‘ könnte hier verstärkend wirken.
  2. im Bereich der Großbaustelle ‚Zentrumserweiterung‘ wird eine Tempo-30-Reduzierung
    schon wegen der Unübersichtlichkeit, der Bushaltestellen und auch wegen der Querung
    vom Langebusch aus, als unabdingbar angesehen. In diesem Bereich sind die gemessenen
    50 kmh Durchschnittsgeschwindigkeit zu hoch. Es geht um den Bereich zwischen den
    Kreisverkehren, aber auch um einen Teilbereich der Kristiansandstraße in der Baustelle.
  3. für die Anfahrt ‚Am Burloh‘ sind gemessene 60 kmh deutlich zu hoch. Hier könnte ein
    Display mit der nachdrücklichen Bitte um Temporeduzierung wirken, um dann ab
    ca. 100 m vor dem Kreisverkehr, dort wo die Autos rechtseitig kurz hinter der
    Einfahrt zum Idenbrockplatz parken, Tempo 30 umzusetzen.
  4. eine sichere Querungsstelle im Bereich Rewe an der Westhoffstraße möglichst mit
    Zebrastreifen für die vielen Fußgänger und sicherer Option u.a. für die Schülerradverkehre
    wird begrüßt, dass es hierbei in der Kurve mit gemessenem schnellen PKW-Verkehr nicht
    ohne eine Temporeduzierung auf 30 geht (vgl. Querung Wilkinghege), ist wohl logisch.
  5. Aktueller Hauptgefährdungspunkt ist die weiterhin (!) beschilderte Querungsstelle an der
    Westhoffstraße ca. 50 m vom Kreisverkehr entfernt, die jedoch im Verhältnis von,
    am Infoabend bestätigt, gezählten 85 zu 5 Radfahrern nicht genutzt wird, weil

    • oft Berufsverkehre die Querung nahezu unmöglich machen.
    • PKW-Fahrer aus dem Kreisverkehr heraus beschleunigen und gemessene mehr als
      50 kmh die Querung an dieser Stelle als lebensgefährlich erscheinen lassen.
    • keine Querungshilfen vorhanden sind bzw. parkenden Autos die Sicht verstellen.

Wenn auch Sie die Initiative mit Ihrer Unterschrift unterstützen wollen, dann laden Sie die Unterstützerliste herunter und geben diese im Imbiss am Kreisverkehr, versehen mit Ihrer Unterschrift, ab. Gerne können Sie ihre Freunde, Verwandte, Bekannte und Nachbarn mit unterzeichnen lassen.

 
Von Gast am 23.02.2013 | Aktualisiert am 24.02.2013
Permalink: http://www.wir-in-kinderhaus.de/?p=9805
Kategorien: Aktuelles
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4 Kommentare »

  1. Ich konnte leider nicht an der Versammlung teilnehmen, möchte aber kurz ein paar Anmerkungen machen. Grundsätzlich sind die genannten Vorschläge richtig. Insbesondere eine Querungsstelle im Bereich Rewe halte ich für eine wichtige Forderung.

    Problematisch ist aber vor allen Dingen der beidseitig zu befahrene und benutzungspflichtige Radweg an der Westhoffstraße.

    Dieser ist für Radverkehr in beide Richtungen zu schmal. In den für das Land NRW verbindlichen (und den Kommunen empfohlenen) Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 2010) wird eine Breite für Zweirichtungsradwege von 2,50 m zzgl.(!) eines 0,75m breiten Sicherheitstrennstreifens vorgegeben. Der Radweg selber ist aber nur 1,70 m breit (und damit höchstens als Einrichtungsradweg mit geringer Radverkehrsstärke geeignet. Minimum: 1,60 m; Regel: 2,00 m). Ausserdem wird er viel zu dicht an den parkenden Autos vorbei geführt.

    Dass solche Radwege gefährlich sind, steht auch schon in der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung (VwV-StVO):

    „Die Benutzung von in Fahrtrichtung links angelegten Radwegen in Gegenrichtung ist insbesondere innerhalb geschlossener Ortschaften mit besonderen Gefahren verbunden und soll deshalb grundsätzlich nicht angeordnet werden.

    Am Anfang und am Ende einer solchen Anordnung ist eine sichere Querungsmöglichkeit der Fahrbahn zu schaffen.“

    Beide Absätze wurden hier nicht beachtet.

    Ausserdem werden Radfahrer durch diesen Radweg (dessen Zweirichtungsverkehr ohne Querungsmöglichkeit kurz vor dem Kreisverkehr aufgehoben wird) auch dazu verleitet, zwischen Idenbrockweg / Eimermacherweg und Westhoffstraße auf dem Fussgängerweg zu fahren. Da dieser aber nicht für Radfahrer freigegeben ist, fahren diese dort illegal. Solange nichts passiert wird das geduldet, fährt aber mal ein Radfahrer jemanden um, waren es wieder die bösen Kampfradler.

    Es sollte daher dringendst der Zweirichtungsverkehr auf dem Radweg aufgehoben werden.

    Grundsätzlich stellt sich mir auch die Frage, wieso die Radwege an der Westhoffstraße überhaupt benutzungspflichtig sind. Bereits 1992 hat eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen ergeben, dass die Benutzung von Radwegen mit einem bis zu fünffach höheren Risiko verbunden ist als das Fahren auf der Fahrbahn. Und in dieser Studie wurden die bereits bekannten Risiken wie „Radwege mit Gegenverkehr“, schlechte und zu schmale Radwege, kombinierte Fuß- und Radwege usw. schon vorher aus der Betrachtung rausgenommen

    Unter anderem aus diesen Gründen wurde 1998 die generelle Radwegbenutzungspflicht aufgehoben. Seitdem soll der Regelfall die Fahrbahnbenutzung sein, während nur in Ausnahmefällen eine Benutzungspflicht vorgeschrieben werden darf. Leider wurde das trotz eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichtes in vielen Kommunen bis heute nicht umgesetzt – auch in Münster scheint sich darum niemand zu kümmern.

    Wenn man eine niedrigere Unfallquote – insbesondere bei Radfahrern – erreichen möchte, sollte man Radfahrer dort fahren lassen, wo sie am sichersten sind: auf der Fahrbahn. Dadurch werden sie dort von PKW-Fahrern wesentlich besser wahrgenommen – was auch dazu führt, dass diese vorsichtiger fahren.

    Die vorhandenen Radwege können mit passender Beschilderung als nicht-benutzungspflichtige Radwege für Fahrer beibehalten werden, die sich nicht auf die Straße trauen.

    Kommentar von Balu — 03.03.2013 @ 18:33

  2. Ich kann dem Kommentar von Balu nur voll zustimmen: Radwege in oder an Kreisverkehren erhöhen unnötigerweise das Unfallrisiko für Radfahrende.
    Das ist mittlerweile auch nicht umstritten, sondern seit längerem eindeutiger Forschungsstand.
    Auch wenn keine ‚Geisterfahrer‘ provoziert werden ist das Sicherheitsneveau im Vergleich zum Mischverkehr signifikant erhöht.
    Jüngste Untersuchung dazu:

    http://www.udv.de/de/stra%C3%9Fe/planung-betrieb/kreisverkehre

    Das Problem in Münster scheint zu sein, dass die Bevölkerung so sehr an benutzungspflichtige Radwege gewöhnt wurde, dass das Radfahren ausserhalb dieser leider unfallträchtigen Verkehrsführung nicht mehr vorstellbar scheint.
    Gerade im Hinblick auf die ‚Problemgruppen‘ (dichter Schülerverkehr, Senioren) wäre es doch wünschenswert, wenn die Ergebnisse der Verkehrsforschung in Planung und Ausführung von Kreisverkehren einfliessen würden, anstatt solche Radfahrerfallen anzulegen.

    Im falle der Kreisverkehre ist der Mischverkehr nicht nur deutlich sicherer, sondern zusätzlich auch noch schneller und komfortabler.
    Der einzige Vorteil der Lösung mit separaten Radwegen ist ggf, eine geringfügige Erhöhung der Kapazität für Kfz.
    Das kann und soll aber doch kein ausreichendes Kriterium sein.
    So musste halt mal wieder ein grundlegendes Planungsdefizit mit vielen Umbauten und Flickschusterei ein wenig sicherer gemacht werden.
    Die Unfälle hätten aber (statistisch betrachtet) von vornherein vermieden werden können.
    Sollte den Planern der Forschungsstand unbekannt sein, wäre im Interesse der Einwohner dringend eine Fortbildung angeraten. Sollte – wovon ich ausgehe – der Kreisverkehr in vollem Wissen um die unnötige Gefährlichkeit der separierten Lösung gebaut worden sein macht mich das ein wenig ratlos.
    Es wirkt, wie wenn es oberste Priorität sei die Fahrbahnen Fahrradfrei zu halten um den immer stärker überbordenden Kraftverehr mit erhöhten Kapazitäten bewältigen zu können.
    Meines Erachtens ein völlig falsches Signal, das nicht nur unnötige Unfallopfer produziert, sondern auch den formulierten politischen Zielsetzungen nach einer Stärkung des umweltgerechten Verkehrs konträr zuwider läuft.

    Kommentar von Andreas W — 14.01.2014 @ 19:03

  3. Solange die Radwege bleiben wird sich wohl nicht viel an der Situation in den Kreiseln ändern:

    http://www.wir-in-kinderhaus.de/radfahrerin-mit-kind-auf-dem-gepacktrager-sturzt-durch-verkehrsunfall/

    Kommentar von Andreas W — 14.01.2014 @ 19:18

  4. Schon wieder:
    Solange die Radwege bleiben wird sich wohl nicht viel an der Situation in den Kreiseln ändern:

    http://www.muensterschezeitung.de/staedte/muenster/48159-Kinderhaus~/Unfall-am-Kreisverkehr-Alkoholisierter-Autofahrer-faehrt-unvorsichtige-Radlerin-an;art2597,2284769

    Kommentar von Andreas W — 21.02.2014 @ 22:19

 

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