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Kinderhaus im Gespräch: Älter werden in Kinderhaus

2013-01-31_0005 CC-BY-NC-SA 3.0 Heiko Philippski Über 100 Gäste verschiedenen Alters zählte die Veranstaltung „Kinderhaus im Gespräch: Älter werden – in Kinderhaus zu Hause sein und Leben gestalten“, welche am vergangenen Donnerstag im Pfarrzentrum Kinderhaus an der Kristiansandstraße 50 statt fand.
Begrüßt wurden die Gäste von den beiden Moderatoren Prof. Dr. Ursula Tölle und Thomas Kollmann.

Wohnungen für Senioren
Im Fokus stand an diesem Abend die Wohnsituation für Senioren. Es fehlt derzeit bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum für Senioren, vor allem für Alleinstehende. Das aufgrund der geplanten Zentrumserweiterung demnächst bezahlbare Wohnungen zur Verfügung stehen sollen, wurde von den anwesenden Gästen stark in Frage gestellt.
Thomas Schulze auf’m Hofe vom Sozialamt, der Mietangebote für Senioren in Münster koordiniert, bestätigte den Anwesenden, dass entsprechende Angebote insgesamt fehlen und das laut Prognosen die Zahl der älteren Menschen deutlich ansteigen wird. Er stellte zugleich auch fest, dass es leider an Investoren fehle, die man für Seniorenwohnungen gewinnen könnte.

Detlef Wolff warf provokant in die Runde:

„Wenn es ein Recht auf einen Kitaplatz gibt, warum nicht auch ein Recht auf bezahlbaren Wohnraum für Senioren?“

Vernünftige Angebote im Stadtteil
Bemängelt wurde auch das fehlen an passenden Angeboten für Senioren. Oft würden geistig und körperlich fitte in Tageseinrichtungen mit dementen Senioren gebracht. Die Versorgung und das Umfeld dort entspricht oft aber nicht der Lebenssituation. Vielmehr wünsche man sich Angebote wie ein gemeinsamer Mittagstisch oder Gruppen-Freizeitangebote. Es gibt zwar in Kinderhaus einige Initiativen wie die Demenzgruppe, Aktiv für Senioren oder die Zwar-Gruppe, insgesamt ist das Angebot aber eher dünn.
In einigen Bereichen können Initiatoren durchaus mit der finanziellen Unterstützung durch das Sozialamt rechnen, so auf’m Hofe.

Gute Vernetzung
Rainer Lesko und Adelgund Schmitz von Sahle-Wohnen erstellen zurzeit eine Broschüre, in der alle Angebote, auch für Senioren, im Stadtteil übersichtlich aufgelistet werden sollen. Man rechne damit, dass die Broschüre vor den Sommerferien fertig sein wird. Wir in Kinderhaus hat bereits eine Datenbank mit den verschiedenen Angeboten im Internet bereitgestellt.

Im Stadtteil engagieren
„Ältere Menschen haben soviel an Wissen, dass sie an andere weitergeben können.“ – so Schwester Marianne. Unter anderem schlug sie auch vor, dass die älteren Kochkurse anbieten können und das man dies im Atrium machen könne.

Mehr Sicherheit
Immer mehr Trickbetrüger haben es auf ältere Menschen abgesehen. Die Betrugsfälle häufen sich und so will Marina Hübscher, vom Kommissariat Kriminalprävention, zusammen mit ihren Kollegen für Gespräche und Informationen zur Verfügung stehen.

Kein Auskommen mit dem Einkommen
Es wurde auch beklagt, dass es kaum bis keine Angebote für Senioren gibt, die keine staatliche Unterstützung bekommen, weil sie gerade über der Bemessungsgrenze liegen. Werner Rave, Leiter des Bürgerhaus Kinderhaus, schlug vor, so etwas wie den vorläufigen Sozialpass einzuführen, wie es ihn mal vom Kuba gab, um gerade diesen Menschen mit passenden Angeboten eine Teilhabe an den verschiedenen Angeboten zu ermöglichen.

Nicht alle Themen konnten aufgegriffen werden
Themen wie die Altersarmut und Verschuldung konnten aus zeitlichen Gründen nicht aufgegriffen werden. Dazu werde man eine separate Veranstaltung planen.

Nach der Diskussion konnten verschiedene Initiativen und Einrichtungen im Foyer Infobroschüren auslegen und mit den Gästen über ihre Angebote sprechen.

In unserer Fotogalerie stellen wir eine Auswahl an Fotos von dieser Veranstaltung bereit.

 
Von Heiko Philippski am 1.02.2013 | Aktualisiert am 19.11.2016
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Kategorien: Aktuelles, Topthemen
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1 Kommentar »

  1. „Es wurde auch beklagt, dass es kaum bis keine Angebote für Senioren gibt, die keine staatliche Unterstützung bekommen, weil sie gerade über der Bemessungsgrenze liegen.“

    Das stimmt – aber begrenzt sich leider nicht nur auf Senioren, sondern betrifft alle die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Sobald man auch nur einen Euro über der Grenze ist kann man ja eh ein Leben in Saus und Braus führen, jaja…

    Kommentar von Gerlinde — 17.02.2014 @ 06:14

 

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