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Münster startet Zukunftsprozess

Die Stadt Münster setzt bei der Zukunftsgestaltung auf ihre Bürgerinnen und Bürger. Am Donnerstag, 16. März, startete der auf zwei Jahre angelegte Prozess „MünsterZukünfte 20|30|50“. Den Auftakt bilden eine Online-Erhebung zur Stadtentwicklung und ein Wettbewerb um Zukunftsspaziergänge in Stadtteilen und Quartieren. Am Ende des Prozesses werden ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept und ein Sofortprogramm „Wachsende Stadt“ stehen, die dem Rat zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden. Alle Infos und Links zum Zukunftsprozess: www.stadt-muenster.de/zukuenfte

„Wie können und wollen wir in Münster 2020, 2030 oder 2050 leben? Die Antworten können wir nur gemeinsam finden. Die ganze Stadtgesellschaft ist eingeladen, sich in diesem Verfahren einzubringen“, sagte Oberbürgermeister Markus Lewe.

Die Herausforderungen sind gewaltig: wachsende Stadt, demografischer Wandel, Klimawandel, Digitalisierung. „Eine Stadt, in der 2030 voraussichtlich 326 000 Menschen leben, benötigt eine andere Infrastruktur als das Münster der Gegenwart. Teile der heutigen Infrastruktur, zum Beispiel im Verkehrsbereich, sind noch auf eine Stadt mit 265 000 Einwohnern ausgelegt. Wer mit dem ÖPNV, dem Rad oder dem Auto unterwegs ist, kann das täglich an vielen Stellen erfahren“, so der Oberbürgermeister.

Mehr Einwohner, forcierte Baulanderschließung und umfangreicher Wohnungsbau, neue Kitas und Schulen, Platz für Gewerbebetriebe, Anpassung der Verkehrs-Infrastruktur: Da sind Konflikte um Ziele, um Flächen und finanzielle Ressourcen programmiert. Bereits heute werde in der Stadtverwaltung engagiert und qualifiziert geplant und gehandelt, etwa mit dem Baulandprogramm, der Kita- und Schulausbauplanung, dem Nahverkehrsplan oder dem Masterplan „100 Prozent Klimaschutz“, so OB Lewe. „Aber die Addition von sehr guten Konzepten in wichtigen Handlungsfeldern führt noch nicht zu integriertem Handeln. Wir benötigen ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept, das auf kurzfristiges Handeln und auf eine mittel- und langfristige Planung abzielt.“

Eng verzahnt mit „MünsterZukünfte 20|30|50“ werden laufende Prozesse wie „Planungswerkstatt 2030“, „Mobilität 2030“, das Modellprojekt „Global Nachhaltige Kommune“ mit der Erarbeitung einer kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie und der Prozess „Münster Klimaschutz 2050“.

Der Oberbürgermeister sieht Stadtentwicklung in Münster als Gemeinschaftswerk und nicht als Aufgabe allein der Stadtverwaltung. Er setzt auf die Beteiligung der Stadtgesellschaft. Viele Menschen in Münster arbeiteten schon heute an der Zukunft der Stadt. Das hätten sie zum Beispiel mit 311 Beiträgen für „Gutes Morgen Münster“ unter Beweis gestellt.

Online-Umfrage für Szenario-Analyse

Eine wesentliche Grundlage für die Erarbeitung des Stadtentwicklungskonzeptes wird eine Szenario-Analyse bieten. Diese erstellt Prof. Klaus Backhaus vom Institut für Anlagen- und Systemtechnologien von der WWU. Die Analyse erfasst und gewichtet die Vielzahl von Faktoren, welche mittel- und langfristig die Zukunft der Stadt beeinflussen können. Je vollständiger diese Faktoren für die Untersuchung erfasst werden, umso aussagekräftiger wird das Ergebnis.

Deshalb sind alle in Münster und in der Region aufgerufen, sich bis 10. April für die Szenario-Analyse an einer Online-Umfrage zu beteiligen. Dafür werden nicht mehr als zehn Minuten benötigt. Zur Befragung gelangt man über www.stadt-muenster.de/zukuenfte oder direkt unter der Adresse www.umfrage2050.muenster.de
Vorteil der Szenario-Analyse: Sie liefert als Planungsgrundlage für das Entwicklungskonzept alternative Entwicklungsszenarien und nicht eine Zukunftsprognose. Prof. Backhaus: „Wenn eine Prognose nicht eintritt, ist das darauf aufbauende Konzept so gut wie wertlos. Wir verabschieden uns von Zukunftsprognosen und liefern stattdessen alternative Szenarien für denkbare Zukünfte. So kann Münster auch auf unerwartete Entwicklungen schnell reagieren, ohne dass die Stadt ihre Zukunftsstrategie aufgeben muss.“ Erste Ergebnisse der Umfrage werden voraussichtlich vor den Sommerferien öffentlich vorgestellt und diskutiert. Darauf aufbauend werden dann in einem nächsten Schritt denkbare Zukunftsszenarien für Münster entwickelt.

Zukunftsspaziergänge in Stadtteilen

Parallel sind ab sofort die Bürger zur Fortsetzung von „Gutes Morgen Münster“ eingeladen. Nachdem im Vorfeld des Zukunftsprozesses 311 Projekte eingereicht wurden, die zeigten, was die Menschen für die Zukunft ihrer Stadt bereits tun, sind nun Ideen für im Wortsinn „wegweisende“ Zukunftsspaziergänge in Stadtteilen und Stadtvierteln gefragt.

Aus den eingereichten Vorschlägen wird eine Jury 2017 und 2018 zunächst sechs Spaziergänge auswählen, deren Umsetzung mit fachlichem Rat und jeweils 2500 Euro unterstützt wird. Oberbürgermeister Lewe hat bereits zugesagt, dass er an den Spaziergängen teilnehmen wird.

Jurymitglied Frauke Burgdorff: „Die Spaziergänge sollen zeigen, was den Stadtteil auszeichnet. Sie sollen Fragen zur Zukunft des Stadtteils zur Diskussion stellen. Und sie sollen sagen, welcher Beitrag aus diesem Stadtteil der Zukunft der Stadt zugute kommen kann.“ Gefragt sind Team-Bewerbungen von mindestens zwei Personen oder Organisationen. Davon muss eine Person oder Organisation bereits an einem der 311 Projekte aus dem ersten Teil von „Gutes Morgen Münster“ beteiligt gewesen sein. Bewerbungsschluss ist der 5. Mai 2017 (www.gutes-morgen.ms).

Quelle: Presse- und Informationsamt Stadt Münster

 
Von Gast am 16.03.2017
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Kategorien: Aktuelles, Topthemen
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