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Stadtteilentwicklungskonzept: Vorstellung der Ergebnisse

slider_V0017-ErgebnisseAm vergangenen Mittwoch (11.12.2013) wurden im St.-Josef-Pfarrheim die Ergebnisse der Planungswerkstätten des Stadtteilentwicklungskonzept Kinderhaus vorgestellt. Anfangs drohte die Stimmung zu eskalieren, da eine Besucherin immer wieder das Wort an sich riss und andere Gäste daraufhin drohten zu gehen, wenn dies nicht unterbunden werde.
Als es dann ruhiger wurde, wurden die Zuhörer mit einer Fülle von Einzelvorschlägen aus den verschiedenen Planungswerkstätten konfrontiert, ohne dass ein Gesamtkonzept wenigstens in Ansätzen erkennbar wäre. Die Vorschläge reichten von der Verbesserung der Pflasterung des Idenbrockplatzes über die Umgestaltung des Kinderbachtals bis zur Verbesserung der Versorgungsmöglichkeiten im Stadtteil. Also alles Vorschläge die schon VOR dem Stadtteilentwicklungskonzept Kinderhaus bekannt waren und von verschiedenen Gruppen und Initiativen vorgetragen wurden.

Frau Popken vom Stadtplanungsamt Münster wies darauf hin, dass jetzt die Politik die gewonnen Erkenntnisse aufnehmen muss und entscheiden wird, welche Vorschläge umgesetzt werden können. Hierfür wurde ein Zeitfenster von 20 Jahren genannt. Die anfängliche Euphorie der BürgerInnen könnte sich dann allerdings in Enttäuschung umgewandelt haben. So waren auch Zwischenrufe zu vernehmen wie „Ja ja, das kommt alles schön in den Keller und dann war es das. Kennen wir ja schon!“.
Die Kinderhauser stellten auch fest, dass vieles was in den Planungswerkstätten vorgeschlagen wurde, bereits von den BürgerInnen in ehrenamtlicher Arbeit umgesetzt wurde, und das bereits VOR dem Stadtteilentwicklungskonzept Kinderhaus. „Dadurch das vieles dann als erledigt abgehackt werden kann, kann so ein verfälschtes Erfolgsbild des Stadtteilentwicklungskonzept Kinderhaus entstehen.“ so einige Gäste.

Fotos: CC-BY-NC-SA 3.0 Heiko Philippski

Kommentar des Autors:
Es ist schon sehr schade, dass es ein teures Stadtteilentwicklungskonzept bedarf, damit die selben BürgerInnen gehört werden, die sich bereits vor dem Bau der Zentrumserweiterung zu Wort gemeldet haben. Bereits diese BürgerInnen, die zum Teil schon seit mehr als 30 Jahre in diesem Stadtteil wohnen und Leben, wiesen auf Probleme wie zum Beispiel die Anbindung des neuen Zentrums an das vorhandene hin. Schade auch das der Bezirksbürgermeister oder dessen Stellvertreter nicht erschienen war, war es doch die Abschlussveranstaltung des Stadtteilentwicklungskonzept, welches als neue Form der Bürgerbeteiligung angepriesen wurde. Von den Mitgliedern der Bezirksvertretung Nord habe ich nur Stefan Siewering von Die Linke wahrgenommen. Für dieses Verfahren wurden 100.000 € ausgegeben. Dafür kann man den Bürgerhaushalt ganze 4 Jahre hintereinander stattfinden lassen und hätte so eine bessere Bürgerbeteiligungsmöglichkeit gehabt. Und das nicht nur für einen einzigen Stadtteil!

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Von Heiko Philippski am 15.12.2013 | Aktualisiert am 19.11.2016
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2 Kommentare »

  1. Planungswerkstätten Kinderhaus – geht’s noch?

    Mit großen Erwartungen starteten in 2012 die Planungswerkstätten Kinderhaus. Politik und Verwaltung waren vollzählig vertreten. Vor allen Dingen sollten diejenigen Bürgerinnen und Bürger in die Planungsprozesse eingebunden werden, die sich bislang wenig Gehör verschaffen konnten. Dieses gelang nur teilweise, Jugendliche z.B. blieben meist außen vor.
    Nun gibt es in Münster-Kinderhaus drei zentrale städtebauliche Schwerpunkte: die Zentrumserweiterung, die Verlagerung SC Westfalia Kinderhaus und die nachhaltige Sanierung der Brüningheide. Die Zentrumserweiterung ist in wesentlichen Schritten bereits umgesetzt worden. So gibt es nur noch kleinteilige Vorschläge und Äußerungen, dass tw. zu dicht, eng und hoch gebaut wurde sowie zentrale Wegeverbindungen fehlen. Die Verlagerung des Sportvereins mit Gastro-Angebot in die Mitte des Stadtteils stand ebenfalls schon vorher fest; wird allgemein wertgeschätzt. Ja, und was ist mit dem Wohngebiet Brüningheide, ein Soziale-Stadt-Quartier, in dem Beteiligung an Planungsprozessen vorgeschrieben ist? Dieser Bereich wurde komplett ausgespart, weil das Fachamt eigenständig plane (!?)…
    Bei der Vorstellung der Planungsergebnisse am Donnerstag war die Zahl der Interessierten nun relativ gering. Auch Vertreter von Politik, Verwaltung und Kaufmannschaft waren kaum vertreten. Nun sollen aber die Ergebnisse in politischen Entscheidungsprozessen umgesetzt werden, wobei vieles aber schon vor den sog. Planungen feststand. Es ist zu befürchten, dass für das Entwicklungskonzept Kinderhaus nur die Installationen von Abfallkörben, Hundekotsammelbehältern und sehr kleinteilige Veränderungen als Ergebnis eines äußerst aufwändigen, kostspieligen und mühselig durchgeführten Planungsprozesses übrig bleiben.

    Kommentar von thomas kollmann — 17.12.2013 @ 09:00

  2. Die Planungswerkstätten des Stadtteilentwicklungskonzeptes sind enttäuschend. Die umsetzbaren Ergebnisse sind trivial; wirklich einschneidende Mitgestaltungsmöglichkeiten sind den Bürgerinnen und Bürgern verwehrt. Der Ansatz wirkte museal: eine Aufgliederung der beteiligten Personen nach Altersgruppen anstatt nach Wohnquartieren ist nicht einsehbar. Zum Glück gibt es viele Initiativen in Kinderhaus, die nicht nach solchen Planungswerkstätten fragen. Was Bürgerinnen und Bürger daraus lernen werden: es lohnt nicht, auf politisch Verantwortliche zu warten. Bleibt nur zu hoffen, daß die Verwaltung nicht diese Initiativen behindern wird. Warum schließlich die Brüningheide in den Konzeptualisierungen außen vor blieb, verstehe ich bis heute nicht. Werden wir da nicht für dumm verkauft?

    Kommentar von Prof. Dr. Norbert Ammermann — 29.12.2013 @ 09:52

 

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